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Im Einklang mit der Natur

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Die Wiederbewaldung von Schadflächen gelingt mit einer Aufforstung. Verstärkt setzen Forstleute aber auch auf Naturverjüngung und Saatverfahren, die allerdings viel waldbauliche Kenntnis und Erfahrung erfordern. Gute Beratung ist da wichtig

Von Sturm, Dürre oder Borkenkäfer in Folge des Klimawandels zerstörte Wälder müssen gemäß Thüringer Waldgesetz innerhalb von sechs Jahren wiederbewaldet werden. Dies geschieht einerseits durch Aufforstung mit klimaresilienten Baumarten in Mischung. Verstärkt setzen Waldbesitzende aber auch auf alternative Verfahren, wie etwa die Naturverjüngung oder die Baumsaat. Wann welches Verfahren, ggf. sogar kombiniert, am meisten Erfolg verspricht, erfordert allerdings viel Kenntnis und Erfahrung. Das vorherige Gespräch mit einer Försterin oder einem Förster ist deshalb allen Betroffenen zu empfehlen. Kulturen aus kompletter oder teilweiser Naturverjüngung sind besonders vital – und es lässt sich möglicherweise auch Geld sparen.

Empfehlung des ThüringenForst-Vorstands: „Ruhe bewahren“

„Um wieder Bäume auf die kahlen Flächen zu bekommen, empfiehlt es sich für Waldbesitzende, zuerst „Ruhe zu bewahren“. Je nach Ausgangslage sind nämlich unterschiedliche Verfahren der Wiederbewaldung möglich“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Sind noch überlebende, vital erscheinende Bäume auf der oder um die Schadfläche, kann der Waldbesitzende auf Naturverjüngung hoffen. So nennen es die Grünröcke, wenn sich Bäume von selbst einsäen, etwa mit dem Samen überlebender Exemplare. Schon nach einem Jahr sprießen erste junge Bäumchen, wenige Zentimeter groß, am Boden. In mehreren Jahren kann so ein gemischter Bestand aus vier oder fünf Baumarten entstehen, etwa aus Fichte, Bergahorn, Buche, Birke oder Eberesche. Zwei Herausforderungen sind dabei zu meistern: Speziell der lokale Rehwildbestand muss an die neue Situation angepasst sein, da diese Tiere sehr gerne junge Laubhölzer fressen und so Mischkulturen zu Monokulturen werden lassen. Zum anderen sollte nach etwa sieben Jahren eine erste Pflegemaßnahme erfolgen. Einerseits um in der Jugend wuchsstarke Baumarten wie die Fichte zur Förderung des klimastabileren Laubholzes zurückzudrängen. Andererseits, um ggf. erwünschte, aber nicht selbstverjüngte, Baumarten nach zu pflanzen, etwa die trockenheitsertragende Douglasie oder die Lärche.

Naturverjüngung ist aber nicht immer die erste Wahl

Diese Art der Wiederbewaldung, die seit Jahrzehnten wichtiger Teil der naturnahen Waldbewirtschaftung ist, stellt sich für den Waldbesitzenden vergleichsweise kostengünstig dar, kann er bei regulierten Rehwildbeständen sogar auf den teuren Wildschutzzaun verzichten. Auch sind die naturverjüngten Pflänzchen besonders wurzelvital und damit wuchsstark. Aber die Naturverjüngung ist nicht überall die beste Lösung. Wenn sich auf der Schadfläche die Brombeere ausbreitet, muss schnell gehandelt werden. „In diesem Fall ist Ruhe bewahren genau die falsche Strategie“, so Gebhardt weiter. Denn die stachelige Bodenbedeckung ist eine scharfe Konkurrenzpflanze für die kleinen Waldbäumchen. Wo die Brombeere wächst, schaffen es nur die wenigsten von ihnen zu überleben. Und ihre Beseitigung ist kostenintensiv und oft genug zu wiederholen. „Deshalb ist für jede Schadfläche eine geeignete Wiederbewaldungsstrategie zu entwickeln“, erläutert Gebhardt abschließend. Forstleute sind hier die kompetenten Ansprechpartner.

Text: Horst Sproßmann; Foto Roland Stein

 

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