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Thüringer Wirtschafts- und Wissenschaftsdelegation startet heute nach Japan

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Tiefensee: Frischer Wind in Handelsbeziehungen notwendig / Thüringen richtet Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in Tokio aus

Erfurt (lr): Eine rund 40-köpfige Thüringer Unternehmer- und Hochschuldelegation unter Leitung von Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee startet heute am Samstag, dem 30. September 2017, nach Japan. Auf dem Programm der Reise, die vom 30. September bis zum 7. Oktober dauert, stehen wirtschaftliche und hochschulpolitische Termine, Gespräche mit Regierungsvertretern, Besuche in Unternehmen und Forschungseinrichtungen, Investorenmeetings und Workshops. Stationen der Reise sind das wirtschaftliche und politische Zentrum Japans: die Hauptstadt Tokio, die Wirtschafts- und Wissenschaftsregion Hamamatsu – zu der bereits seit 2006 eine langfristig angelegte Partnerschaft im Bereich der optischen Forschung und Technologie besteht – und das kulturelle Zentrum Kyoto.

„Die japanische Wirtschaft ist der wichtigste asiatische Investor in Thüringen und unser zweitwichtigster Handelspartner in Asien“, sagte Tiefensee. Insgesamt bestehen rund 20 japanische Beteiligungen in Thüringen, darunter Deckel Maho (Seebach), NIDEC GPM (Merbelsrod), IHI Charging Systems (Arnstadt) oder Geiger Automotive (Tambach-Dietharz). Umgekehrt unterhalten nicht weniger als 118 Thüringer Unternehmen Exportbeziehungen in die Region. Vier Unternehmen aus Thüringen – Analytik Jena, Carl Zeiss Meditec, inVENTer GmbH und Saveway GmbH – sind mit eigenen Niederlassungen in Japan aktiv. Gerade für High-Tech-Branchen wie Optik und Photonik, Messtechnik oder die Medizintechnik sei Japan ein bedeutender Absatzmarkt, so Tiefensee. Mit dem Wissenschaftsstandort Japan verbinden den Freistaat bereits heute knapp 50 Forschungs- und Hochschulkooperationen.

Eine offizielle Thüringer Wirtschafts- und Wissenschaftsdelegation hatte das Land der aufgehenden Sonne zuletzt im Jahr 2008 besucht. „Nach Jahren der Stagnation findet die japanische Wirtschaft allmählich wieder zu alter Stärke zurück“, sagte Tiefensee. Zudem laufen derzeit die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen Japan und der EU. „Für uns in Thüringen ist jetzt also genau der richtige Zeitpunkt, um die bestehenden guten Verbindungen nach Japan weiter zu vertiefen und neue Kontakte, Hochschul- und Geschäftsbeziehungen zu knüpfen.“

Mehr noch: „Gerade die Handelsbeziehungen nach Japan sind deutlich ausbaufähig“, so der Minister. In der Exportstatistik Thüringens liegt die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt bei einem Ausfuhrvolumen von 150 Millio­nen Euro lediglich auf Rang 22 und damit gleichauf mit Ländern wie Mexiko und Südkorea, aber z.B. deutlich hinter China (820 Millionen Euro). Ihren Höchststand hatten die Thüringer Ausfuhren nach Japan im Jahr 2008 erreicht, damals lag das Exportvolumen bei knapp 260 Millionen Euro. Seitdem waren sie kontinuierlich zurückgegangen. „Unser erstes Etappenziel im Hinblick auf Japan wird deshalb sein, den derzeitigen konjunkturellen Aufschwung in beiden Ländern zu nutzen, um schnell wieder auf dieses ursprüngliche Niveau zurückzukommen“, so Tiefensee. Die Reise solle auch eine Initialzündung sein, um wieder frischen Wind in die offensichtlich etwas „eingeschlafenen Wirtschaftsbeziehungen“ beider Regionen zu bringen.

Während der Delegationsreise finden mehrere Kooperationsbörsen statt, bei denen thüringische und japanische Unternehmen Geschäftsbeziehungen anbahnen können. Geplant sind eine Reihe von Gesprächen mit japanischen Investoren in Thüringen, darunter Firmen wie NIDEC, Meidensha, DMG Mori oder Nissha Printing. Die TU Ilmenau und die FSU Jena werden Kooperationsvereinbarungen mit Tokioter Universitäten bzw. mit der japanischen Raumfahrtbehörde JAXA unterzeichnen. Zudem stehen weitere Besuche japanischer Un­ternehmen (Olympus, Toyota, Panasonic, Chiyoda, Kyocera) auf dem Programm. Flankierend dazu wird Minister Tiefensee auch eine Reihe von politischen Gesprächen führen. Vereinbart sind Treffen im japanischen Wirtschaftsministerium, mit dem Oberbürgermeister von Kyoto und den Bürgermeistern von Hamamatsu und Kobe.

„Japan hat aufgrund seiner schrumpfenden Bevölkerung und schwachen Binnennachfrage großes Interesse an der Ausweitung seiner Exportbeziehungen“, sagte der Wirtschaftsminister. Chancen für die Thüringer Wirtschaft ergeben sich nach Einschätzung Tiefensees vor allem in High-Tech-Branchen wie der Optik, Pharmazie, Messtechnik, Maschinenbau und Medizintechnik. Angesichts der Energie- und Rohstoffarmut spielten Energie- und Effizienztechnologien eine große Rolle für die japanische Wirtschaft. Aufgrund des wachsenden Fachkräftemangels werde verstärkt auch Automatisierungstechnik nachgefragt. Die Nachfrage nach Maschinen und elektronischen Geräten bleibe kontinuierlich hoch. Auch die Nahrungsmittelbranche könne in Japan mit einer langfristig positiven Entwicklung rechnen. Ausgelotet werden soll auch, ob es für Thüringer Firmen Anknüpfungspunkte im Zusammenhang mit der Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele im Jahr 2020 gebe.

Am 3. Oktober wird Thüringen in der Deutschen Botschaft in Tokio den Empfang und die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit ausrichten. Hierzu werden rund 1.200 geladene Gäste aus japanischen und deutschen Unter­nehmen und Einrichtungen der Region erwartet. „Thüringen wird diese Gelegen­heit nutzen, um sich als Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort, aber auch als Reiseland und Kulturregion in der Mitte Deutschlands und Europas zu präsentieren“, sagte Minister Tiefensee.

Quelle: Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft, Stephan Krauß, Pressesprecher

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