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Coronakrise: Kranke trauen sich oft nicht mehr ins Krankenhaus

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Suhler Kardiologen und Neurologen sind besorgt

Seit etwa einem Monat ist unser Land von der Coronakrise und ihren Folgen betroffen. Das öffentliche Leben steht weitgehend still. Die Kliniken haben sich auf die neue Situation eingerichtet, zusätzliche Behandlungskapazitäten für Coronakranke geschaffen und geplante, aber nicht dringliche Eingriffe verschoben – so auch das SRH Zentralklinikum Suhl.

Seit etwa 3 Wochen beobachten die Kardiologen um Chefarzt Univ.-Prof. Dr. med. Johannes Waltenberger ein erstaunliches Phänomen: Es kommen deutlich weniger Patienten mit Herzinfarkt und seinen Vorstufen in die Notaufnahme oder in die Klinik. Diejenigen, die kommen, melden sich oft deutlich später als dies bislang der Fall gewesen ist.

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„Wir müssen davon ausgehen, dass die Herzinfarkte und die sogenannten akuten Koronarsyndrome in den letzten Wochen nicht verschwunden sind. Es gibt mit Sicherheit Patienten mit entsprechenden Beschwerden. Aber offensichtlich zögern sie und melden sich nicht umgehend wie bisher“, sagt Chefarzt Professor Waltenberger.

In den letzten Tagen gab es einschlägige Berichte auch aus anderen Regionen; sowohl aus Deutschland als auch aus Europa und den USA, in denen genau dasselbe Phänomen beobachtet wurde: Der Rückgang der Patientenzahl mit entsprechenden Herzproblemen liegt oft zwischen 30 und 80 %.

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„Unser SRH Zentralklinikum ist mit vielen Maßnahmen sehr gut auf die aktuelle Krisensituation eingestellt. Gleichzeitig soll aber auch an dieser Stelle ganz deutlich gemacht werden, dass wir auch in Corona-Zeiten für alle anderen Notfälle unverändert und bestens gerüstet sind“, unterstreicht der Kardiologe.

Da schon in der Notfallaufnahme eine klare Trennung von Corona-verdächtigen Patienten und allen anderen Patienten vorgenommen würde, gäbe es keinerlei Hinweise dafür, dass Notfallpatienten in irgendeiner Weise infektionsgefährdet wären, wenn sie in das Klinikum kommen würden.
„Diese Angst können wir unseren Patienten nehmen“, sagt der Chefarzt. „Im Gegenteil“ führt er weiter aus, „das Risiko durch eine verspätete oder keine Behandlung eines Herzinfarktes ist ungleich größer als das Risiko, sich eine Coronainfektion zuzuziehen“. Dies gelte auch für sogenannte Risikopatienten, bei denen bereits eine Herzerkrankung oder Lungenerkrankung bekannt sei. „Eine rechtzeitige und optimale Behandlung des Herzinfarktes und seiner Vorstufen rettet Leben und verbessert die spätere Lebensqualität der Betroffenen ganz wesentlich! Deshalb sollte keiner zögern. Er/Sie sollten sich umgehend behandeln lassen, sofern Brustschmerzen oder andere Herz- und Kreislaufbeschwerden auftreten“, sagt Professor Waltenberger.

Ein ähnliches Phänomen wird auch bei Schlaganfällen beobachtet, wie Chefarzt Dr. med. Björn W. Walther berichtet. Auch hier gab es in den vergangen Wochen weniger Fälle als sonst. „Schlaganfall-Patienten kommen tatsächlich auch später zu uns. Das halte ich für bedenklich und schließe mich den Worten meinen Kollegen Professor Waltenberger an“, so der Chefarzt.

Gerade bei Notfallerkrankungen, bei denen am Ende jede Minute zählt, können wir Patienten nur eindringlich raten, sich umgehend über den Notruf 112 zu melden, ist die Botschaft der beiden Mediziner. Natürlich bestehe bei allen im Klinikum die Hoffnung, dass auch alle übrigen Patienten bald wieder geordnet im SRH Zentralklinikum Suhl behandeln werden können. Tausende Behandlungen mussten wegen der aktuellen Situation verschoben werden.

Titelfoto: Chefarzt Dr. Björn W. Walther

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