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Die Hälfte der Thüringer Wildbienenarten noch immer gefährdet

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Internationaler Weltbienentag – Umweltministerin Siegesmund:  Wir müssen das Insektensterben aufhalten

Erfurt (lr). Zum morgigen Weltbienentag der Vereinten Nationen erklärt Umweltministerin Siegesmund: „Neben der Honigbiene müssen wir uns verstärkt um Wildbienen kümmern. Das Insektensterben durch Flächenversiegelung und zu viele Pestizide in der Landwirtschaft macht ihnen besonders zu schaffen. Hier brauchen wir einen Umdenken- zum Schutz der Wildbienen und der Obstbestäubung. Wenn es den Bienen nicht gut geht, mehren sich auch die Sorgen der Obstbauern. Wildbienen sind besonders bei der frühen Kirschblüte entscheidend.“

Von den bis zu 422 Wildbienenarten sind in Thüringen bereits über die Hälfte (243 Arten) gefährdet, 47 Arten sind bereits ausgestorben oder verschollen. Im Rahmen des „Aktionsprogramms Insektenschutz“ der Bundesregierung, das Thüringen bereits auf vielen Handlungsfeldern umsetzt, stehen ab 2020 zusätzliche Mittel von mehr als drei Millionen Euro für Insektenschutzmaßnahmen im Offenland zur Verfügung. Über die Naturschutz-, Landschaftspflege- und Kulturlandschaftsförderprogramme werden in Thüringen tausende Hektar insektenfreundlich bewirtschaftet. Dadurch werden Wiesen insektenschonend bewirtschaftet und gemäht sowie Streuobstwiesen und Feuchtgebiete gepflegt und erhalten. Aktuell werden damit allein in Thüringen jährlich etwa 85.000 Hektar Grünland und 900 Hektar Naturschutzflächen gefördert. Mit einem eigenen Forschungsstipendium fördert das Thüringer Umweltministerium zudem die Erforschung der Frage, welchen Beitrag Blühstreifen für die Biodiversität im Ackerbau leisten und wie ihr Einfluss auf die Insekten optimiert werden kann.

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„Wer selbst aktiv werden will im Wildbienenschutz, kann im eigenen Wohnumfeld anfangen“ so Umweltministerin Siegesmund weiter, „zum Beispiel beim Anpflanzen heimischer Sträucher, die Wildbienen freundlich sind. Oder mitmachen beim Förderprogramm der Stiftung Naturschutz.“

Hintergrund:

„Naturschutz beginnt vor der Haustür – in kleinen Schritten zu einem bunten, lebenswerten Wohnumfeld“ heißt das Förderprogramm der Stiftung Naturschutz Thüringen. Weiteres Informationen dazu finden sich unter https://www.stiftung-naturschutz-thueringen.de/umweltlotterie-foerderung.html.

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Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat den 20. Mai als World Bee Day ausgerufen. Damit unterstreicht die Weltgemeinschaft die Bedeutung der Bienen – auch der Wildbienen-  für uns Menschen. 75 Prozent der globalen Nahrungsmittelpflanzen sind von der Bestäubung insbesondere durch Bienen abhängig. Nicht zuletzt die wissenschaftlichen Erhebungen des Entomologischen Vereins Krefeld zeigenden massiven Insektenverlust über Jahrzehnte hinweg. https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0185809 Die Ursachen für den Rückgang der Insektenarten und auch deren Menge sind vielfältig: Übermäßige Anwendung von Herbiziden und Insektiziden, Austrocknen von Feuchtgebieten, Versiegelung von Lebensräumen wie Feldraine oder blühende Wegränder.

Text: TMUEN; Archivfoto: Thomas Dreger

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