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Wildtiere im Winter: Überleben ist das Ziel

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Große und kleine Waldtiere bereiten sich auf Frost und Schnee vor. Und da sind richtige Überlebenskünstler am Werk

Da Hirsch, Fuchs, Siebenschläfer & Co nicht wie die Zugvögel in den sonnigen Süden ausweichen können, entwickelten die „Daheimgebliebenen“ unterschiedlichste Überlebensstrategien. Sie sammeln im Herbst Futtervorräte und deponieren diese im Boden oder in Bäumen, fressen sich wärmende Fettpolster an, sie ruhen, schlafen oder fallen in eine Starre. Das funktioniert ganz gut, wenn nicht der eine oder andere Waldbesuchende diese Strategie bisweilen zunichtemacht. Er schreckt die Tiere beim Waldbesuch abseits der Wege auf, stört sie an Fütterungen oder lässt Hunde ohne Leine streunen. Oft ist Unwissenheit die Ursache, dabei kann mit ein wenig Umsicht unseren Wildtieren durch den Winter geholfen werden.

Wildtiere fühlen sich durch den Menschen immer bedroht

„Derzeit bereiten sich große und kleine Waldtiere darauf vor, die kommenden Kältemonate und die saisonale Nahrungsknappheit zu überstehen“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Denn über die Wintermonate haben Wildtiere nur ein Ziel: Überleben. Als wäre das nicht schon Stress genug, sorgen Waldbesuchende und Wintersportaktive oft genug für zusätzliche Gefahr. Skilanglaufende etwa, die sich abseits regulärer Loipen bewegen, lösen unweigerlich die Fluchtreaktion der Tiere aus, wodurch diese -unnötig- viel ihrer knappen Energieressourcen beanspruchen. Gebhardt empfiehlt deshalb Wintersportaktiven, die ausgewiesenen Loipen aus Tierschutz- und Sicherheitsgründen nicht zu verlassen. Auch sollten Waldbesuchende und Wintersportaktive Waldränder und schneefreie Flächen meiden: Dies sind die Lieblingsplätze der Wildtiere, wo sie Wärme tanken und ggf. etwas Heckenfrüchte und Bodenflora aufnehmen können.

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Winterruhe, Winterschlaf und Winterstarre – drei Strategien, ein Ziel

Biber, Dachs und Waschbär halten Winterruhe, senken ihre Herzschlagfrequenz deutlich herab, lassen aber ihre Körpertemperatur unverändert. Vorteil: Die Tiere können während des Winters aufwachen, um Vorräte zu sammeln. Klassische Winterschläfer sind hingegen Igel, Haselmaus, Siebenschläfer oder manche Fledermäuse. Sie verharren vier bis sieben Monate in einem schlafähnlichen Zustand bei herabgesetzter Körpertemperatur, der selten unterbrochen wird. Frösche, Insekten und manche Schlangen verfallen schließlich in die Winterstarre. Herzschlag und Atemfrequenz werden durch die Außentemperaturen abgesenkt, der Körper bildet eine Art Frostschutzmittel gegen die tödliche Kälte. Steigen die Außentemperaturen im Frühjahr wieder an, werden die Tiere wieder rege.

Klimawandelfolgen verändern winterliche Überlebensstrategien

Als Folge des Klimawandels werden die Winter in unseren Regionen mutmaßlich milder und regenreicher, die „grüne“ Vegetationsperiode verlängert sich. Drohte bei längeren Kältewellen vielen Wildtieren bislang der Erfrierungstod, scheint diese Gefahr in den kommenden Jahrzehnten geringer zu werden. Ob und wie dieser Effekt die winterlichen Überlebensstrategien der Wildtiere beeinflusst, bleibt abzuwarten.
Übrigens: Einige bekannte Waldschädlinge, wie etwa der Buchdrucker, lassen sich durch Kältewellen nicht beeindrucken. Viele Borkenkäferarten überleben in tieferen Bodenschichten auch Temperaturen deutlich unter minus 20 Grad. Milde und feuchte Winter verträgt der Borkenkäfer dagegen deutlich schlechter: Die überwinternden Käfer verpilzen in diesem Milieu und sterben.

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Text; ThüringenForst; Foto: R.Sikorski

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