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Meeresaquarium bleibt vorerst geschlossen

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Seit Anfang Mai können landesweit Zoos, Tierparks, Galerien, Museen und andere Freizeiteinrichtungen wieder öffnen. Das Meeresaquarium in Zella-Mehlis allerdings nicht.

Zella-Mehlis. Das Meeresaquarium Zella-Mehlis ist das größte seiner Art in Mitteldeutschland. Mit seinem 1-Millionen-Liter-Haibecken ist es ein Besuchermagnet. Mit mehr als 7.000 m² Ausstellungsfläche mit 60 Aquarien, 9 Vivarien und einem Paludarium, einem Außenbereich mit einer Spieloase für Kinder und einem Restaurant bietet es ideale Bedingungen für einen spannenden, erholsamen und lehrreichen Ausflug für die ganze Familie.

Eine der bedeutendsten Attraktionen in Mitteldeutschland mit fast 450.000 Besuchern pro Jahr muss seine Pforten nach wie vor geschlossen halten. Verständlich, dass dies Unverständnis in der Bevölkerung auslöst. NHZ ist der Sache nachgegangen und hat sowohl bei den Betreibern des Meeresaquariums als auch bei der Thüringer Landesregierung nachgefragt.

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Als Erstes sprachen wir mit den Betreibern des Meeresaquariums, Anke und Maik Landeck. „Für uns ist die momentane Situation mehr als prekär: Alle Mitarbeiter mussten in Kurzarbeit geschickt werden, trotzdem verursacht die Haltung und Pflege der Tiere monatliche Kosten von etwa 80.000 Euro für Futter, Strom, Heizung und Wasser, auch Versicherungsbeiträge und der Kapitaldienst für Kredite wollen bedient werden“, sagt Maik Landeck. Sparpotential gib es wenig. Während andere betroffene Einrichtungen einfach das Licht ausschalten und die Heizung herunterfahren können, ist das im Meeresaquarium nicht möglich. „Die Tiere und Pflanzen brauchen Licht, die Becken müssen beheizt werden, und die Pumpen für die Filteranlagen müssen laufen“, bestätigt Anke Landeck. „Ohne Einnahmen durch die Eintrittsgelder der Besucher können wir das auf Dauer nicht stemmen. Irgendwann sind unsere Rücklagen aufgebraucht.“


Maik Landeck zwischen den riesigen Filterbatterien. Die Pumpen kann man nicht einfach abstellen.

Auf Anfrage der NHZ antwortete Frank Schenker, Referatsleiter im Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie (TMASGFF) per E-Mail: „Das Meeresaquarium Zella-Mehlis kann leider noch nicht wieder öffnen. […] Das Meeresaquarium Zella-Mehlis ist sicherlich eine zoologische Einrichtung, aber eben nicht unter freiem Himmel. Damit muss es laut der Verordnung und dem zugrundeliegenden Kabinettbeschluss weiterhin geschlossen bleiben. […] Die Landesregierung ist sich der überregionalen Bedeutung des Meeresaquariums Zella-Mehlis bewusst. Sobald es mit Blick auf den Infektionsschutz zu verantworten ist, werden auch zoologische Einrichtungen in geschlossenen Räumen wieder öffnen können.“

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Betroffen von der Verordnung sind auch andere ähnliche Einrichtungen in Thüringen, so zum Beispiel das Exotarium in Oberhof und das Nautiland in Sonneberg. Auch die heutige Ministerpräsidentenkonferenz mit der Bundeskanzlerin hat keine Beschlüsse erbracht, die die Situation dieser Einrichtungen ändern würden.

In den sozialen Netzwerken sind bereits Schmähkommentare gegen die Landesregierung und gegen den Ministerpräsidenten aufgetaucht, die eine gezielte „Plattmacherei durch die Politik“ gegen das Meeresaquarium propagieren. „Wir möchten uns von solchen Äußerungen ausdrücklich distanzieren. Sowas schadet uns nur“, bringt es Anke Landeck auf den Punkt. „Bitte lasst solchen Unsinn, damit helft ihr uns nicht, im Gegenteil“, so ihr Aufruf an die Communities.

Die Landecks haben mittlerweile einen Spendenaufruf auf Facebook gestartet, um interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit zu geben, einen Beitrag für das Wohl der Tiere zu leisten.


Anke Landeck würde gern die Tore für Besucher wieder öffnen. Allerdings weiß momentan niemand, wann das sein wird.
Fotos: Thomas Dreger

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