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Weiße Flotte unter Schweizer Flagge / Mit Volldampf aus der Krise?

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Unvorstellbar! Die größte und älteste Raddampferflotte der Welt – pleite. Im Juni 2020 meldet die Geschäftsführung der Sächsischen Dampfschifffahrt Insolvenz an. 185 Jahre Industriegeschichte vor dem Aus.

„Mein Papa hat schon hier gearbeitet. Ich bin auf so einem Schiff groß geworden.“ Schiffsführer Andreas Weber kann sich nicht vorstellen, dass die Raddampfer aus dem Dresdner Elbtal verschwinden.
Knapp sieben Jahre stand Karin Hildebrand an der Spitze der Sächsischen Dampfschifffahrt. „Die Zeichen standen nicht wirklich gut für mich mit drei Niedrigwässern. Und dann Corona – das war eigentlich nicht zu schaffen.“

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Die Kassen leer und keine Rücklagen. War es nur Pech oder fehlte auch das unternehmerische Geschick? Und welchen Anteil am Scheitern hatten andere? Der Freistaat Sachsen etwa, der ebenfalls beteiligt war an der Gesellschaft?

Das Traditionsunternehmen mit rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kämpft in der Insolvenz ums Überleben. Gesucht werden millionenschwere Geldgeber für die Pleite-Dampfer. Den Zuschlag erhält der Schweizer Robert Straubhaar. Sein Konzern UNITED RIVERS AG mit Sitz in Basel ist ein Schwergewicht in der Passagier-Flussschifffahrt. Als Marktführer betreibt die Gruppe rund 100 Passagierschiffe auf Europäischen Binnengewässern. „Wir können Schiffe, wir können Niedrigwasser, nur wir können kein Dampfschiff. Aber das können die Mitarbeiter!“, ist Straubhaar überzeugt. Die sächsischen Schiffsführer und Bootsleute aber schwanken zwischen Bangen und Hoffen. Mehrfach hat die Geschäftsführung gewechselt, seit die Treuhand 1992 die Schiffe verkaufte.

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„Wenn er das schafft, was er erzählt hat, dann ist das schön. Ich hoffe bloß, dass dann die Schiffe auch erhalten bleiben, so wie sie jetzt sind. Dampfer sind nun mal kostenintensiv.“ Falk Naumann leitet die Werft in Dresden-Laubegast und weiß wovon er spricht.

Der Schweizer Eigentümer hat Pläne, will neue Zielgruppen und Märkte erschließen, künftig auch im Winter fahren und bei Niedrigwasser. Statt Wiener Würstchen mit Kartoffelsalat werden an Bord künftig kulinarische Leckerbissen aufgetischt. So wie am Rhein, wo Robert Straubhaar die Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschifffahrt erfolgreich in die schwarzen Zahlen manövrierte. Doch wie wird die kommende Saison? Auch Straubhaars Pläne hängen an den Öffnungsszenarien in Corona-Zeiten. Wird es ihm gelingen, die Dampfer aus der Krise zu führen?

Text, Foto: MDR

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