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Renaissance auf der Piste: Der Holzski kehrt zurück

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Moderne Skier haben wieder einen Holzkern – wie ihre Urahnen. Weil Esche, Buche und Tanne keine Weichmacher kennen. Und weil Holzkerne Fahrdynamik und Komfort verbessern

Erfurt (hs). Immer mehr Alpinskihersteller ersetzen die Schaumstoffkerne ihrer Produkte gegen Holz. Insbesondere bei höherpreisigen Modellen und bei Rennski, während nur noch Kinder- und Einsteigerski komplett aus Kunststoff gefertigt werden. Hauptgrund: Skier mit Holzkern sind solider in der Herstellung, spritziger und lebendiger zu fahren und langlebiger. Denn Schaumstoffkerne enthalten Weichmacher die sich mit den Jahren verflüchtigen und denn Skier brüchig machen. Hier sind Kerne aus Eschen- oder Buchenholz deutlich überlegen. Selbst bei massenproduzierten Modellen wird auf Pappel, Fichte oder Tanne zurückgegriffen. Denn auch Nadelhölzer bieten im Vergleich zu Kunststoffschaum geringeres Gewicht, bei hoher Stabilität und Flexibilität. Damit haben sich der moderne Alpinski und sein Urahn zumindest in einem Bauteil wieder angeglichen: Dem Holzkern.

Eschen- und Buchenholz sind Komponenten eines modernen Rennskis

„Rennski, die sehr steif sein müssen, werden im Kern aus Eschen- und Buchenholz hergestellt. Hierzu werden möglichst walzenförmige, weitgehend astfreie Eschen- und Buchenstämme in einem Furnierwerk, einem spezialisierten Sägewerk, messerfurniert – vergleichbar einem riesigen Bleistiftspitzer“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Das nur wenige Millimeter dicke Schälfurnier wird sodann getrocknet, zugeschnitten, verleimt und gepresst. Immer wieder, bis ein etwa zehn Zentimeter dickes Schichtholz entstanden ist, welches dann in Skilänge abgesägt wird. In der Skifabrik wird um diesen Holzkern sodann mit Glas-, Aluminium-, Kohlefaser- und Kunstharzschichten, bis zu 30 Schichten können es werden, der endgültige Ski beidseitig bei 12 Bar Druck und 135° Celsius Hitze verbacken. Diese sog. Unter- und Oberschichten, zwischen denen der Holzkern liegt, sind die eigentlichen tragenden Teile des Skis. Der Holzkern hingegen gibt dem Ski seinen Charakter in Sachen Fahrdynamik und Komfort. Trotz aller Automatisierung braucht die Skiherstellung viel Handarbeit – was die Produktionszeit von bis 14 Tagen pro Paar Ski erklärt.

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„Ein eigenes Verkaufssortiment „Ski-Eschenholz“ oder Ski-Buchenholz“, vergleichbar mit dem Sortiment „Klangholz“ speziell für den Bau von Holzmusikinstrumenten, gibt es bei ThüringenForst allerdings nicht“, so Gebhardt abschließend. Aber er will nicht ausschließen, dass so mancher an ein Furnierwerk verkaufter Eschen- oder Buchenstamm als veredeltes Furnier an einen Skihersteller weiterverkauft wurde. Insofern wird der eine oder andere Wintersportler auf Thüringens Abfahrtshängen nicht nur den Thüringer Wald genießen, sondern auch das Thüringer Holz.

Titelbild: Noch sind die Hänge schneefrei, die Lifte stehen: Zeit, um sich Gedanken über Pisteninnovationen wie den Ski mit Holzkern zu machen.

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Text: ThüringenForst, Dr. Horst Sproßmann; Foto: Archiv ThüringenForst

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